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Es besteht große Einigkeit darüber, dass die Arbeitswelt und damit das Corporate Learning nach der Covid-Krise nicht mehr so sein wird, wie vorher. Unsere Welt wird noch unberechenbarer sein und die Unsicherheit sowie die Komplexität werden weiter zunehmen. Die digitale Transformation wird sich beschleunigen. Arbeitsformen wie Homeoffice oder E-Learning-Formate werden sich immer mehr durchsetzen. Viele Meetings werden ins Netz verlagert. Die Mitarbeitenden benötigen deshalb zukunftsorientierte Kompetenzen.

Wissen, Qualifikation und Kompetenz werden im alltäglichen Sprachgebrauch oftmals gleichbedeutend verwendet. Fertigkeiten oder Soft Skills, Wissen im engeren Sinne, oder Qualifikationen sind notwendige Voraussetzungen, jedoch nicht das Ziel der Mitarbeiterentwicklung. Letztendlich zählt die Fähigkeit, Herausforderungen in der Praxis selbstorganisiert zu bewältigen und effektiv zu handeln. Im deutschsprachigen Unternehmensbereich hat sich vor allem der Kompetenzbegriff von Erpenbeck und Heyse (2007) durchgesetzt.

Kompetenzen

Kompetenzen sind Fähigkeiten, in offenen, unüberschaubaren, komplexen, dynamischen und zuweilen chaotischen Situationen kreativ und selbstorganisiert zu handeln (Selbstorganisationsdispositionen).

soft skills

Abb. Kompetenzen – mehr als Wissen und Qualifikation

Kompetenzmodelle

Kompetenzmodelle, die auf diesem Kompetenzbegriff aufbauen, basieren auf dem Prinzip der Selbstorganisation. Modelle, die in diesem Sinne gestaltet werden, besitzen einen langfristigen Charakter und können als Leitlinie personalisierter Lernprozesse der Mitarbeitenden in einer sich immer dynamischer verändernden Arbeitswelt dienen.

Kompetenzmodelle sind Anforderungskataloge an die Mitarbeitenden, in denen die Handlungsfähigkeiten zur Leistungserbringung und Problemlösung erfassbar und für jeden verständlich erklärt sind.

Im beruflichen Bereich hat sich ein Verständnis von Handlungskompetenz etabliert, welches im Wesentlichen auf Heinrich Roth (1971) zurückgeführt werden kann. Von ihm wurden „vier …Grundkompetenzen – personale, aktivitätsbezogene, soziale und methodische –herausgearbeitet, die seither eine unwidersprochene sozialwissenschaftliche Grundlage bilden. Diese Struktur haben wir unserem Kompetenzmodell zugrunde gelegt, das wir auf Basis unserer jahrzehntelangen Praxiserfahrung abgeleitet haben.

Unser Kompetenzmodell ValCom® umfasst diese vier Basiskompetenzen, die wir jeweils in vier Teilkompetenzen mit konsequenter Handlungsorientierung untergliedert haben. Mit dieser überschaubaren Struktur von 16 Einzelkompetenzen, die sich an den Ausprägungen nach Erpenbeck und Heyse (2007) orientiert, wird die Kompetenzerfassung sowie die gezielte Kompetenzentwicklung auf allen Ebenen – Organisation, Team und Mitarbeitende –  wirksam ermöglicht.

kompetenzen

Abb. 2 Kompetenzmodell ValCom® nach Sauter, Sauter (2021) auf Basis von Erpenbeck, Heyse (2007)

Kompetenzentwicklung

Sowohl die Kompetenzdefinitionen als auch die Handlungsanker, mit denen die einzelnen Kompetenzen beschrieben werden, passen wir in Workshops mit erfahrenen Fach- und Führungskräften aus der jeweiligen Organisation auf die Rahmenbedingungen, die Kultur und die Sprache der jeweiligen Zielgruppe an, so dass es keine Verständnisprobleme mehr gibt.

Unsere Kompetenz-Erfassungssoftware ValCom® ermöglicht es zudem,  auch bereits vorhandene Kompetenzmodelle in Organisationen mit einer beliebigen Anzahl an Kompetenzen sowie freier Wahl der Definitionen und Handlungsanker durch Administrator*innen oder Lernbegleitende zu professionellen Erfassungssystemen weiter zu entwickeln.

Kompetenzen können nicht vermittelt werden, z. B. in Seminaren, weil sie die Verinnerlichung von Emotionen in realen Herausforderungen erfordern. Der Aufbau von Kompetenzen geschieht deshalb im Handeln, also in der Arbeitspraxis bei der selbstorganisierten Bewältigung von Praxisaufgaben oder -projekten, Werte dienen dabei als Ordner dieses Handelns. Die betrieblichen Lernkonzeptionen – Corporate Learning – müssen sich deshalb von fremdgesteuerten Lehrkonzepten zu Lernkonzeptionen mit dem Ziel der selbstorganisierten Kompetenzentwicklung wandeln.