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Die meisten Personalentwickler erkennen nach unserem Eindruck den zwingenden Bedarf für eine grundlegende Veränderung des Corporate Learning – weg von fremdgesteuerten Lehrangeboten hin zu selbstorganisierten Lernprozessen am Arbeitsplatz und im Netz. Vielen ist klar, dass werte- und kompetenzorientierte Lernkonzeptionen mit zunehmender Selbstorganisation und -verantwortung der Mitarbeitenden zur Folge haben, dass die heutigen Personalentwickler*innen, Trainer*innen und Führungskräfte, aber insbesondere die Mitarbeitenden, ihre Rolle im Prozess des betrieblichen Lernens grundlegend verändern müssen.

Häufig scheuen sich die Bildungsverantwortlichen in den Organisationen jedoch, diesen notwendigen Veränderungsprozess anzustoßen, weil sie Sorge haben, dass sich ein Fass ohne Boden auftut. Schließlich genügt es nicht, einen digitalen Ermöglichungsraum – Learning Experience Platform – und die notwendigen Tools aufzubauen und in das Netz zu stellen. Entscheidend ist vielmehr, dass organisationsweit ein Veränderungsprozess umgesetzt wird, der eine grundlegend veränderte Lernkultur der Selbstorganisation zur Folge hat.

Die Entwicklung zum Corporate Learning der Zukunft erfordert deshalb einen strukturierten Veränderungsprozess, der erfahrungsgemäß bis zu einem Jahr dauert und jeweils auf die spezifischen Erfordernisse der jeweiligen Organisation angepasst wird.

Dieser Implementierungsprozess ist nach dem Prinzip gestaltet, möglichst rasch die Werte und Kompetenzen der Schlüsselpersonen, der Werte- und Kompetenzmanager*innen als Bildungsplaner*innen und Lernbegleitende sowie der Führungskräfte als Entwicklungspartner*innen bzw. Mentor*innen ihrer Mitarbeitenden aufzubauen. Damit wird ein dynamischer Multiplikatoreffekt erreicht, der eine breite Akzeptanz ermöglich. Diese Entwicklungsprozesse erfolgen dabei im sogenannten „Doppel-Decker-Prinzip“, so dass die Teilnehmenden Future Learning zunächst als Lernende erfahren, um daraus ihre eigene Konzeption der Mitarbeitendenentwicklung in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich abzuleiten. Dabei entstehen bereits aus den Lernprozessen heraus maßgeschneiderte und umsetzbare Anwendungen für das Corporate Learning.

Modul 1: Bedarfsanalyse und Projektrahmen

In einem Orientierungsworkshop analysieren wir mit  Personalentwickler*innen sowie ausgewählten Fach- und Führungskräften den Veränderungsbedarf im Corporate Learning, der sich aus der Entwicklung der Arbeitswelt – New Work – ergibt. Daraus leiten wir in einem moderierten Prozess  organisationsspezifische Werte- und Kompetenzmodelle ab, die als Basis für eine organisationsweite Werte- und Kompetenzentwicklung dienen. Sofern in einer Organisation bereits solche Modelle bestehen, bereiten wir sie gemeinsam für die Erfassung mit Hilfe unserer Erfassungssoftware ValCom® auf.

Im ersten Schritt werden alle Mitarbeitenden nach Ihrer Einschätzung der Werte und Kompetenzen der Organisation befragt. Dabei erfassen wir die Ist-Situation, fragen aber auch danach, wie diese Größen nach Meinung der Mitarbeitenden ausgeprägt sein müssten (Wunsch), damit die Organisation zukünftig noch erfolgreicher ist. Damit werden alle Mitarbeitenden von Anfang an in den Veränderungsprozess mit einbezogen, so dass eine hohe Akzeptanz möglich wird.

Das Ziel ist, über Soll-Werte und -Kompetenzen einen  Werte- und Kompetenzrahmen und evtl. eine Mission des Corporate Learning für die Organisation zu entwickeln und organisationsweit zu kommunizieren. Die Kosten der Werte- und Kompetenzerfassung können als Flatrate für jeweils ein Jahr gestaltet werden. Damit ist es möglich, bei Bedarf beliebig oft Erfassungen ohne weitere Kosten durchzuführen.

Modul 2: Entwicklung des Corporate Learning

Das zukünftige Corporate Learning erfordert Werte- und Kompetenzmanager*innen, die den Ermöglichungsraum für selbstorganisiertes Lernen und Arbeiten gestalten und umsetzen, Lernprozesse begleiten und unterstützen sowie die Führungskräfte coachen. Deshalb wird ein Team aus Personalentwickler*innen, Führungs- und Fachkräften gebildet, das den Veränderungsprozess nach agilen Prinzipien gestaltet.

Im Rahmen dieses Moduls erfahren die zukünftigen Werte- und Kompetenzmanager*innen, aber auch die Lernbegleitenden, Future Learning als Lernende, um dabei ihre eigenen Werte- und Kompetenzen aufzubauen und bedarfsgerechte Lernkonzepte zu entwickeln. Gleichzeitig gestaltet das Team gemeinsam einen organisationsspezifischen Ermöglichungsraum (Learning Experience Platform). Die Teammitglieder schließen ihren persönlichen Entwicklungsprozess mit dem Zertifikat Werte- und Kompetenzentwickler*in ValCom®  ab.

Modul 3: Führungskräfteentwicklung

Die Führungskräfte übernehmen im Future Learning die Rolle einer Entwicklungspartner*in (Mentor*in) ihrer Mitarbeitenden. In diesem Modul erfahren die Führungskräfte, wie sie die Werte- und Kompetenzerfassung ihrer Mitarbeitenden umsetzen, im Rahmen der Entwicklungsgespräche individuelle Entwicklungsziele und -maßnahmen vereinbaren, die notwendigen Rahmenbedingungen sichern und die personalisierten Entwicklungsprozesse fördern.

Diese Entwicklungsmaßnahmen werden vom Werte- und Kompetenzmanagementteam eigenverantwortlich geplant, umgesetzt und begleitet. Unsere Berater coachen diesen Prozess.

Modul 4: Teamentwicklung

Im diesem Modul analysieren und bewerten alle Teams ihre Werte und Kompetenzen und leiten daraus Sollprofile, Entwicklungsziele und ihre eigene Mission der Teamentwicklung sowie bedarfsgerechte  Projektaufgaben zur gezielten Werte- und Kompetenzentwicklung ab.

Das Ziel ist, die Zusammenarbeit und Performance von Teams in selbstorganisierten Entwicklungsprozessen zu steigern. Diese Entwicklungsmaßnahmen werden von den jeweiligen Führungskräften initiiert und begleitet. Das Werte- und Kompetenzmanagement-Team coacht diesen Prozess, unsere Experten unterstützen dabei.

Modul 5: Mitarbeitendenentwicklung

In diesem Modul analysieren und bewerten Mitarbeitende selbstständig auf Basis von Selbst- und Fremdeinschätzungen ihrer Kolleg*innen ihre individuellen Werten und Kompetenzen. Daraus leiten sie mit Beratung durch ihre Werte- und Kompetenzberater*in bzw. Lernbegleitenden ihre persönlichen Werte- und Kompetenzziele sowie im Entwicklungsgespräch mit ihrer Führungskraft geeignete, personalisierte Entwicklungsmaßnahmen ab.

Das Ziel ist, die Motivation für selbstorganisiertes Lernen im Arbeitsprozess und damit die Performance von Mitarbeitenden zu steigern sowie eine Arbeits- und Lernkultur der Selbstorganisation organisationsweit zu entwickeln. Diese Entwicklungsmaßnahmen werden von den jeweiligen Führungskräften mit Unterstützung des Werte- und Kompetenzentwicklungs-Team initiiert und begleitet. Unsere Experten coachen diesen Prozess.

Zum Abschluss dieser ersten Phase werden die Lernlösungen und die -erfahrungen in einem organisationsweiten Kommunikationsprozess, z. B. mittels World-Café, Barcamps oder connective MOOCs, mit allen Mitarbeitenden und Führungskräften ausgetauscht und diskutiert. Auf dieser Basis kann die nachhaltige Weiterentwicklung des Corporate Learning mit hoher Akzeptanz weiter geplant werden.

Der Beitrag Future Learning in einem Jahr organisationsweit einführen erschien zuerst auf Blog für gezieltes Werte- und Kompetenzmanagement.